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Was ist die Alzheimer Erkrankung?

Alois Alzheimer war ein deutscher Neurologe und Neuropathologe, der 1907 eine junge Patientin mit fortschreitendem Gedächtnisverlust und deren Veränderungen im Gehirn beschrieb. Seit dieser Zeit trägt die Erkrankung, die mit Gedächtnisverlust beginnt, aber auch zu Veränderungen der Sprache, des visuellen Gedächtnis und psychotischen Syptomen führt, seinen Namen: Die Alzheimer Demenz. Sie ist unweigerlich progressiv und führt nach 5 bis 20 Jahren zum Tode. Sie hat den Verlust der Eigenständigkeit und aller erlernten Fähigkeiten wie die einfachsten körperlichen Vorrichtungen, zur Folge. Für Angehörige und Pflegepersonal stellt sie eine besonders schwerwiegende Herausforderung und Belastung dar. Weit über eine Million Menschen in Deutschland sind von der Krankheit betroffen, Frauen sehr viel häufiger als Männer. Die Anzahl der Erkrankten steigt mit der Lebenserwartung, so ist ungefähr die Hälfte der 85 Jährigen betroffen.

Im 21. Jahrhundert rechnet man mit über 2 Millionen Alzheimer Patienten in Deutschland, wobei genetische Faktoren und auch höheres Alter Mitursache dieses Ansteigen sind. Jährlich sterben ungefähr 35 000 Patienten an den Folgen der Alzheimer Erkrankung und sie ist somit die 4 häufigste Todesursache.

Was sind die Symptome?

Das Kurzzeitgedächtnis ist als erstes betroffen. Die gleichen Geschichten werden immer wieder erzählt. Das Erlernen von Neuem und die geistige Aufnahmefähigkeit sind gestört. Gegenstände werden verräumt und nicht wieder gefunden und die Orientierung in der eigenen Umwelt fehlerhaft. Mit Fortschreiten der Erkrankung werden die Patienten verwirrt, apathisch und können im Gespräch nicht mehr folgen und gebrauchen Wort und Satz Automatismen.

Mit einher gehen Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen, Depressionen, Agitiertheit und Wahnvorstellungen, Urteilsvermögen und Verstand sind betroffen. Gelernte automatische Verrichtungen, wie Zähneputzen und Haare kämmen sind vergessen, ebenso die Namen der Kinder und Freunde. Die Persönlichkeitsveränderungen sind distinktiv und variieren von Passivität zu Agitiertheit mit Wahnvorstellungen.

Parkinsonähnliche Symptome und Anfälle können im Spätstadium auftreten. Anfänglich werden die Frühsymptome als altersbedingt und natürlich angesehen. Sie sind es aber nicht. Daher kommen viele Patienten erst sehr spät in neurologische Behandlung und wertvolle Zeit geht verloren, besonders dann, wenn es sich um behandelbare Formen der Demenz handelt.

Wie diagnostiziert man die Alzheimer Erkrankung?

Das Gehirn von Alzheimer Patienten zeigt charakteristische Veränderungen in den Hirnzellen und Nervenfasern, welche die Kommunikation der Zellen untereinander zum Erliegen bringt und zu den oben genannten Symptomen führt. Alzheimer Demenz ist eine Ausschlussdiagnose. Altersdepression, Entzündung der Hirngefäße (Vasculitis), B 12 und Folsäuremangel, Schlaganfall, Neurosyphylis, chronischer Alkohlabusus und Medikamentenmißbrauch machen ein Alzheimerähnliches klinisches Bild. Eine umfassende klinische -, Labor- und radiologische Untersuchung und die Hinzuziehung der Angehörigen ist bei Alzheimer Verdacht durch den zu konsultierenden Neurologen notwendig. In den bildgebenden radiologischen Tests (Kernspintomographie) zeigt sich in der Regel eine globale Hirnatrophie als Zeichen des Verlustes von Hirngewebe.

Was ist die Ursache der Alzheimer Erkrankung?

Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Genetische Faktoren und das Alter spielen eine Rolle. Alzheimer Patienten, die einen Verwandten mit der Erkrankung haben, werden als familiärer Alzheimer klassifiziert. Familiär ist nicht mit genetisch gleichzusetzen. Variationen am Chromosom 14,19 und 21 sind bei Alzheimer Patienten beschrieben worden. Das APOE -e4 Gen, wenn vorhanden ist ein Risikofaktor für die Erkrankung. 15% der Bevölkerung besitzen diese Variation. 50% der Alzheimer Patienten über 70 haben dieses Gen.

Welche Therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Es gibt keine Heilung für die Erkrankung, aber Möglichkeiten den Krankheitsprozeß zu verlangsamen. Die Acetylcholin produzierenden Neurone sind vorwiegend betroffen. Es herrscht somit ein Mangel an diesem Botenstoff. Medikamente, die die Konzentration von Acetylcholin im Hirn erhöhen, sind im Augenblick in der Anwendung. Einige Präparate sind schon zugelassen, andere noch in der Erprobung.

Die vorläufigen Ergebnisse geben zu einem vorsichtigen Optimismus Anlass. Die symptomatische medikamentöse Behandlung der Verhaltensstörungen spielt im Hinblick der Führung des Patienten eine ganz wichtige Rolle. Der vorsichtige Einsatz entsprechender ruhigstellender Medikamente ist für Angehörige und Pflegepersonal ungeheuer wichtig. Die Alzheimer Erkrankung ist neben Krebs eine der größten Herausforderung an die Medizin im nächsten Jahrhundert, wenn auch jetzt der große therapeutische Durchbruch noch nicht zu sehen ist, so sollte man doch einige Dinge, um das Gehirn gesund zu erhalten, bedenken:

• Vermeidung von hirnschädigenden Substanzen
• Alkohol und Medikamentenmissbrauch
• Gehirnjogging ,Lesen und Erlernen neuer Fähigkeiten
• Positives Denken führt zur besseren Hirnchemie